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CD-Review: Locas In Love - Saurus
Locas In Love
Saurus "Die Show muss gar nicht weitergehen. Wir können einfach aufhören." Es gehört schon ein bisschen Mut dazu, gängige RocknRoll-Klischees so sehr zu negieren, wie Locas In Love das tun. Aber, und das wird auch schnell klar: Es geht nicht um die Band, es geht um den Hörer. "Saurus" ist so eine Art Therapiestunde, gepaart mit einer unglaublichen Liebe zum Pathos. Da gehts ums gemeinsame Sterben, wie einst bei den Smiths, ums Erwachsenwerden, um die Liebe, um Gewalt als Ventil und um die anderen großen Themen des Lebens. Was früher noch etwas unbeholfen klang und die Grenze zum Kitsch manchmal überquerte, kommt jetzt immer auf den Punkt. Dabei haben Locas In Love gar nicht so viel verändert. Nach wie vor zelebrieren sie einen sehr traditionellen Schrammelpop, der seine Wurzeln in diesem diffusen Ding namens Indie hat, also bei so ziemlich allem was musikalisch auf einer Linie zwischen Boston und Hamburg, zwischen Lemonheads und frühen Tocotronic liegt. Der Duktus von Hauptsänger Björn Sonneberg erinnert dabei manchmal an Bernd Begemann - ist aber wesentlich direkter, weniger overacting und weniger humorig. Es sind schon krasse Wahrheiten, über die Locas In Love auf dieser Platte singen. "Monkey On My Back" oder "Egal wie weit" thematisieren Angstzustände, Depressionen und familiäre Probleme ohne jede Verschlüsselung und schocken deshalb auf durchaus nachhaltige Art und Weise. Dass andere Stücke - wie etwa der Titeltrack - nicht ohne Theatralik funktionieren und "Zum Beispiel ein Unfall" sich mit Riot-Kante in die Ohren poltert, passt da ganz gut, weils die Ernsthaftigkeit auf eine andere Ebene hebt, weil man nicht den Eindruck hat, man lausche gerade an einer fremden Tür. Aber ganz egal, wie nah einen Locas In Love an sich ranlassen, unabhängig von so abgedroschenen Begriffen wie Authenzität: "Saurus" ist in seiner Lakonie, in seiner Direktheit und vor allem, weil nicht einmal der geringste Versuch unternommen wird, irgendwie cool, irgendwie unnahbar zu sein, eine unglaublich konsequente Platte.
Quelle: "teleschau - der mediendienst" |
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